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Auch der Mann sollte untersucht werden

Schlechte Spermienqualität verhindert Kinderwunsch

Spermienqualität

Bild:© Giovanni Cancemi - Fotolia.com
Spermienqualität

Wenns am Mann liegt: schlechte Spermienqualität kann eine Schwangerschaft genauso verhindern, wie wenn etwas mit den weiblichen Eierstöcken nicht in Ordnung ist. Studien nach ist eine schlechte Samenqualität der häufigste Grund für männliche Unfruchtbarkeit. Die Samenzellen können unbeweglich, verformt oder schlicht weg nicht genügend in den Hoden vorhanden sein, so dass eine Befruchtung beim Geschlechtsverkehr sehr gering bis unmöglich wird. Aber woran liegts und was kann man(n) gegen eine schlechte Spermienqualität tun?


Die Schwimmer selbst
Ein gesunder Mann produziert bis zu 100 Millionen Spermien pro Tag – eigentlich eine ganze Menge, leider sind nicht immer alle der Millionen kleinen Schwimmer einwandfrei funktionstüchtig. Es kann zum Beispiel sein, dass die Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigt ist und sie so nicht schnell genug in den Gebärmutter-Kanal gelangen oder einfach auf dem Weg "stecken" bleiben.

In einem solchen Fall muss der Androloge – das Gegenstück zum Gynäkologen – ein paar Tests durchführen, um das sogenannten OAT-Syndrom beim Mann zu überprüfen. Das OAT-Syndrom (kurz für Oligo-Astheno-Teratozoospermie) bedeutet eine krankhafte Veränderung der Spermien und somit eine Minderung der Spermienqualität. Hauptsächlich wird sie durch zu wenige, schlecht bewegliche oder (zum Teil) verformte Spermien verursacht. Normalerweise haben Spermien ein kleines Köpfchen mit flachen Seitenkanten und einen dünnen Schwanz zur Fortbewegung. Durch Verformungen wie zum Beispiel abgeknickte oder doppelte Köpfchen sind die Spermien natürlich auch in ihrer Fortbewegung stark eingeschränkt und haben es eher schwer, in die Eizelle einzudringen.

Aufschluss darüber, ob die Spermienqualität beeinträchtigt ist, gibt ein Spermiogramm. Die Tests zur Bestimmung der Samenqualität sind für den Mann absolut schmerzfrei -  der Androloge  untersucht die frischen Samenzellen auf ihre Eigenschaften unter dem Mikroskop, wobei mittels modernster Techniken zwischen Samenzellen und anderen Partikeln wie zum Beispiel Bakterien oder weißen Blutkörperchen unterschieden werden kann. Das verspricht ein sehr zuverlässiges Ergebnis, welches direkt auf eine schlechte Spermienqualität hinweisen kann.

Ein Mann sollte ungefähr 40-850 Millionen Samenzellen haben, liegt der Wert darunter wird eine Schwangerschaft zunehmend schwieriger.

Nach 1 Jahr probieren
Wenn der Kinderwunsch schon seit über einem Jahr nicht in Erfüllung gegangen ist, sollten beide Partner prüfen lassen, ob eventuell eine schlechte Spermienqualität das Problem sein könnte.

Gesunder Lebensstil
Aber was kann der Mann tun,  um einer schlechten Spermienqualität vorzubeugen und sich gesund zu halten, damit so eine Spermien Verformung gar nicht erst entstehen? Neben den Ursachen wie Krankheit oder genetischen Defekten spielt auch der Lebensstil bei der Spermienqualität eine Rolle – und hier  kann eine ganze Menge getan werden. Auf jeden Fall sollte er versuchen, auf schädliche Stoffe in Genussmitteln und Medikamenten zu verzichten. Nikotin wirkt sich genauso schädlich auf die Spermien aus, wie häufiger Alkoholkonsum. Auch Steroide wie Anabolika und längerer Marihuana-Konsum können die Spermien beeinträchtigen. Vorsicht ist auch geboten bei bestimmten Antibiotika und Antidepressiva die die Stimmung aufhellen sollen. Eine schlechte Spermienqualität kann durchaus durch Medikamenteneinnahme entstehen – am besten den Arzt dazu genau befragen.


Eine ausgewogene Ernährung hilft ebenfalls gegen die schlechte Spermienqualität eines Mannes. Möglichst reich an Antioxidantien sollte sie sein und viel Vitamin C und E enthalten. Auch Zink und Beta-Carotin scheinen die Samenqualität zu verbessern, auch wenn hier noch keine einschlägigen Tests vorliegen.