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Eigentlich nur für die Wechseljahre gedacht, aber...

Utrogest - Eine Lösung bei Gelbkörperschwäche

Gelbkörperschwäche - Utrogest

Bild:©Reimer-Pixelvario - Fotolia.com
Utrogest bei Gelbkörperschwäche

Ein Medikament wie Utrogest einzunehmen, erscheint Frauen mit Kinderwunsch meist erst einmal ziemlich absurd, denn immerhin handelt es sich um ein Arzneimittel gegen Beschwerden in den Wechseljahren. Tatsächlich jedoch kann Utrogest viel mehr als nur Hitzewallungen bekämpfen – zum Beispiel Frauen mit Gelbkörperschwäche zum ersehnten Baby verhelfen.


Utrogest bei Gelbkörperschwäche

Utrogest ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das als Wirkstoff Progesteron enthält. Dieses Progesteron ist identisch mit dem körpereigenen Gelbkörperhormon und kann deshalb dessen Aufgaben übernehmen, sollte eine Gelbkörperschwäche vorliegen.

Die Rolle des Gelbkörperhormons

Allmonatlich nach dem Eisprung produziert der weibliche Körper das Gelbkörperhormon. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor und trägt dann zum Erhalt der Schwangerschaft bei.

Fehlt das Gelbkörperhormon, nistet sich die Eizelle unter denkbar ungünstigen Bedingungen in die Gebärmutter ein. Meist kommt es dann aufgrund der schlechten hormonellen Situation zu einer sehr frühen Fehlgeburt, die in den meisten Fällen als solche nicht bemerkt und als (untypische) Regelblutung interpretiert wird. Man kramt dann also meist nur nach den Tampons und fragt sich, warum es auch dieses Mal wieder nicht geklappt hat – ohne zu ahnen, dass eine Gelbkörperschwäche die Ursache für die Enttäuschung ist.

Wie genau hilft Utrogest bei einer Gelbkörperschwäche?

Die Gelbkörperschwäche muss von einer Ärztin oder einem Arzt diagnostiziert werden. In vielen Fällen wird dann auch Utrogest verschrieben, da dieses Medikament das körpereigene Gelbkörperhormon ersetzen kann. Kommt dann eine befruchtete Eizelle in einem Zyklus des Weges, kann sie sich ohne Schwierigkeiten in der Gebärmutter einnisten. Auch bei künstlichen Befruchtungen wird Utrogest deshalb oft eingesetzt, um die Schwangerschaft nach dem Einsetzen des Embryos in die Gebärmutter zu erhalten.

Allerdings: Utrogest bei Kinderwunsch zu verschreiben ist ein so genannter Off-Label-Use, das bedeutet, das Medikament ist eigentlich nicht für diesen Zweck gedacht und zugelassen. Deswegen wirkt es natürlich nicht schlechter. Das Problem ist nur, dass die Krankenkasse in aller Regel nicht für einen Off-Label-Use zahlt und man die Kosten für Utrogest bei einem Kinderwunsch deshalb allein übernehmen muss.

Weitere Einsatzgebiete für Utrogest

Zugelassen ist Utrogest für die Hormonersatztherapie, die notwendig wird, wenn einer Frau die Eierstöcke entfernt werden müssen. Utrogest in den Wechseljahren vermindert ein übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und wirkt den klassischen Beschwerden der Wechseljahre entgegen. In beiden Fällen wird es meist zusammen mit Östrogen verwendet.

Wann darf man Utrogest nicht einnehmen?

Es gibt eine Reihe von Vorerkrankungen, mit denen man Utrogest nicht einnehmen darf. Dazu gehören akute oder chronische Lebererkrankungen, Tumorerkrankungen im Bereich von Brust oder Unterleib, Herpes gestationis, schwere arterielle Durchblutungsstörungen oder ein Schlaganfall.

Vorsichtig sein sollte man, wenn man zu Depressionen neigt oder unter Herzmuskelschwäche, Diabetes mellitus und Funktionsstörungen von Fettstoffwechsel oder Nierenfunktion leidet. In diesen Fällen muss man gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt den Nutzen und die Risiken von Utrogest sehr sorgfältig gegeneinander abwägen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Obwohl Utrogest eigentlich nur das körpereigene Gelbkörperhormon ersetzen soll, kann es bei der Einnahme des Medikaments zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, depressive Verstimmungen und Magen-Darm-Beschwerden. Zwischenblutungen treten meist nur dann auf, wenn Utrogest vaginal angewendet wird.

Die Utrogest Kapsel

Was viele nicht wissen, die Utrogest Weichkapsel kann nicht nur oral sondern auch vaginal eingenommen werden. Die richtige Anwendung aber sollte vorab mit dem behandelnden Frauenarzt oder der Klinik genau besprochen werden.  


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